
Der Brachpieper, lat. Anthus campestris, bewohnt vor allem brache Heiden und Dünen sowie trockene Hänge und Weinberge. Wie sie ähnlich in der Bergbaufolgelandschaft der Lausitz zu finden sind.
Weltweit verteilt sich die Brachpieper - Population von der südlichen und mittleren Polararktis bis Nach Nordwest – Afrika und vom trockenen Portugal bis in die brachen Landschaften von Mittelsibirien. Als Zugvogel verlässt er diese in den kalten Jahreszeit und überwintert in den warmen Gebieten von Zentralafrika und Südasien.
Von April bis Juni jeden Jahres fliegen die Brachpieper wieder in ihrem Brutgebiet ein, um sich dort einzunisten. Bleibt das Brutgebiet unverändert (Offenlandhaltung) und wird nicht von menschlichen Einflüssen gestört so können die Vögel diesem Gebiet über Jahrzehnte treu bleiben. Bergbaufolgelandschaften bieten dabei jahrelang ausreichend Lebensraum für eine neue Brut und werden teilweise über 20 Jahre lang von ein und dem selben Brutpaar angeflogen.
Die Vogelart gibt es bundesweit bzw. in Sachsen fast ausschließlich in Bergbaufolgelandschaften. Aber auch dort wird die Zahl der Lebensräume zunehmend geringer, weil die Offenlandgebiete mit Gehölzen zuwachsen oder aufgeforstet werden. Und damit verbunden die Chancen des Piepers zu überleben abnehmen. Dies brachte den Brachpieper 2008 auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten von der IUCN.
Im Lausitzer Seenland sind vor allem die strukturarmen Offenlandflächen wie im Tagebaufeld von Bluno – Spreetal beliebte Anflugpunkte für die Brutpaare. Als Anreiz für den Brachpieper wurden hier Kleinstrukturen wie Sand- und Steinhaufen geschaffen und Erdspalten, Rinnen, Altgrasinseln sowie Wurzelstöcke als Nist- und Lebensräume belassen. Hinzu erfolgt die notwenige Offenhaltung vor allem durch Schafbeweidung.